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Eintägige Exkursion 2012 nach Hittisau und Schwarzenberg

In regenfester Kleidung bestieg die Reisegruppe bei Starkregen in Frauenfeld und Weinfelden den Apfelbus und fuhr in Richtung Bregenzerwald. Der erste Programmpunkt, der Kaffeehalt auf dem Bödele oberhalb von Dornbirn, sollte einen Überblick über die hügelige Region des Bregenzerwaldes bieten und bot stattdessen die Innenansicht einer Wolke. Lange wollte man sich hier nicht aufhalten auf über 1000 Metern über Meer, wo es nach den schwülwarmen Tagen der vergangenen Wochen empfindlich kalt war. Man blieb für die Dauer einer Tasse Kaffee aus der Kanne und ein Gipfeli, das aussah wie ein Nussgipfel.

Nächster Halt Hittisau. Hier empfingen Helga Rädler und Marion Maier die Gruppe und gaben in den zweieinhalb Stunden bis zum Mittagessen allerhand Geschichten und Ansichten von Holzkultur und tollkühnen Frauen zum Besten: Vom Frauenmuseum, das sich ein modernes Holzgebäude zusammen mit der männlich dominierten Feuerwehr und dem Probelokal der gemischtgeschlechtlichen Dorfmusik teilt. Über die sternförmige Raumplanung, so dass hier Wiesen bis ins Dorfzentrum und die Häuser strahlförmig in die Wiesen wachsen. Von starken Frauen, die Männer hochhoben oder in Kübeln über die Niagarafälle seiltänzelten. Und immer wieder vom Holz, von der Weisstanne und ihrer Verarbeitung. Bei alledem schwingt stets eine gehörige Portion Regionalstolz mit. So auch im Restaurant Krone, wo sich die Gruppe zum Kalbsbraten mit Kartoffelstock und Gemüse in gepflegter Atmosphäre niederliess und wo Herr Nussbaumer, der Herr des Hauses, den Besuchern nach dem Essen erklärte, weshalb sein Haus nach der Renovation einen Architekturpreis erhalten hat.

Anfang Nachmittag fuhr die Gruppe eine kurze Strecke nach Schwarzenberg, begleitet von zahlreichen Wäldergeschichten, die Helga Rädler erzählte, und vorbei am Rohbau des von Peter Zumthor geplanten Handwerkerzentrums Werkraum in Andelsbuch. Der Spaziergang durch Schwarzenberg stand unter dem Thema Angelika Kaufmann, einer in Chur gebürtigen Malerin, die schon zu Lebzeiten Berühmtheit erlangte. Ihr Vater stammte aus Schwarzenberg und sie fühlte sich dem Dorf eng verbunden. Vater und Tochter arbeiteten gemeinsam am Innenraum der Kirche, wo noch heute Bilder der Künstlerin zu sehen sind. Das ihr gewidmete Museum befindet sich in einem alten Bregenzerwälder Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert mit Einbauten aus dem 20. Etwas vom Dorfzentrum entfernt, nach kurzem Spaziergang, auf dem immer wieder nobel gewandete Konzertbesucher der Schubertiade ein ungewohnt städtisches Flair verbreiteten, liegt das Werkraumdepot. Peter Fink, Gründungsmitglied des Vereins Werkraum mit rund 80 Mitgliedern, berichtete vor Ort, wie sich die Bregenzerwälder Handwerker nach dem Beitritt zur Europäischen Union um ihr lokales Handwerk sorgten und sich zusammenschlossen. Inzwischen – das zeigen auch die Exponate oder „Stückle“, wie er sagte, die in diesem Showroom präsentiert werden – haben die hiesigen Handwerker einen Weg gefunden, innovative Ideen von Aussen zu holen und vor Ort umzusetzen.

Vor der Rückfahrt stärkten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Kaffee und Kuchen. Und nachdem auch die Rückfahrt im Trockenen verlief, kann man angesichts der Regenprognosen von Wetterglück sprechen, das den Reisenden an diesem Tag im Bregenzerwald hold war. Eine kleine Überraschung vielleicht, ebenso wie dies und das, was die Gruppe über den Bregenzerwald erfuhr.

 

 

Unterlagen

Ausschreibung Exkursion 2012.pdf