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Mitgliederversammlung 2010 in Tänikon

am 24.04.2010 | Kloster Tänikon

 

Die vom ehemaligen Vorstandsmitglied Louis Hürlimann organisierte Jahresversammlung fand am 24. April 2010 unter Teilnahme von sage und schreibe 100 Vereinsmitgliedern bei schönstem Frühlingswetter in Tänikon statt. Zunächst wurde im Haus Refenthal die ordentliche Geschäftssitzung abgehalten, die flott über die Bühne ging, weil die Versammlung bei allen Traktanden schnell den Vorschlägen des Vorstands folgte; natürlich auch, weil die Vereinskasse stimmte und weiterhin zu stimmen schien. Aus dem Vorstand verabschiedet wurde Aktuar Heinz Bothien, der fünfzehn Jahre lang die schwierige Aufgabe hatte, die spätestens seit 1998 manchmal chaotischen Sitzungen des Vorstands zu protokollieren; der Vereinspräsident sprach ihm dafür seinen herzlichen Dank aus. Sozusagen in Umkehrung der Situation, mit der er jahrelang zu kämpfen gehabt hatte, konnte Bothien die für einmal klare Botschaft allerdings gerade nicht hören, geschweige denn protokollieren, weil er sich wegen eines Todesfalls in der Verwandtschaft hatte entschuldigen müssen. Zu seinem Nachfolger im Vorstand wählte die Versammlung ohne Gegenstimme und Enthaltung Thomas Wunderlin, nachdem sie vorher schon den übrigen Vorstand und sogar den Präsidenten ebenso einstimmig in ihren Ämtern bestätigt hatte.
Im Anschluss an die Abwicklung der Traktandenliste kam es, vielleicht weil der Präsident während der Versammlung etwas an den technischen Installationen herumgefingerlt hatte, zu den üblichen Turbulenzen, wenn einer mit einem Stick anreist und dann ein Powerpoint zeigen möchte. Doch dank des beherzten Einsatzes von Neumitglied Peter Hofer kam der Göppel, den Peter Bretscher, der Leiter der Volkskundlichen Sammlung des Historischen Museum des Kantons Thurgau in St. Katharinental zeigen wollte, dann irgendwann doch noch zum Laufen, so dass die Anwesenden vom reichen Wissen des Referenten profitieren und kurz und konzise in die Mechanisierung der Landwirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert eingeführt werden konnten.
Nach dem Pausenkaffee, der einmal mehr im Freien offeriert werden konnte, ging es auf die Führungen. Gallus Müller zeigte die vor einigen Jahren fachmännisch und fachfraulich restaurierte Klosterkirche aus dem Jahr 1362 und insbesondere den ebenso imposanten wie labyrinthischen Dachstock – „So viel Holz an einem Haufen, habe ich schon selten gesehen“, bemerkte nachher ein Vereinsmitglied treffend – und erteilte eine spannende Lektion in Zimmerleutekunst und Statik.
Louis Hürlimann zeigte den Anwesenden das Äbtissinnenhaus mit seinen Kassetten- und Stuckdecken sowie das gegenüberstehende Prälatenhaus, in dem einst die Wettinger Äbte und der Beichtiger der Frauen abgestiegen waren, und er verstand es ausgezeichnet, immer auch darzulegen, was heute in diesen Räumen entsteht und die aktuelle Landwirtschaftspolitik in der Schweiz mitprägt; als ehemaliger Mitarbeiter der Forschungsanstalt konnte er dabei aus dem Vollen schöpfen.
Edwin Stadler schliesslich hatte die ebenso angenehme wie schwierige Aufgabe, in einem knappen Zeitfenster die ebenso reichhaltige wie sehr geschickt präsentierte Sammlung des Agrotechnoramas Tänikon wenigstens ausschnittweise zu zeigen. Es war herrlich, mitverfolgen zu dürfen, wie einige der Vereinsmitglieder ins Schwärmen und Geschichtenerzählen gerieten, als sie die alten, jedoch in Schwung gehaltenen Traktoren, Sä- und Erntemaschinen sahen.
Nach den Führungen gab Verena Nadler in der Klosterkirche ein halbstündiges Orgelkonzert, bei dem sie ihr Können unter Beweis stellte und die Möglichkeiten der Orgel geschickt vorführte; dabei erklangen Werke von Pachelbel, Nivers, Clérambault, Corrette und Grünke. Das Publikum dankte ihr für den schönen Abschluss der Jahresversammlung mit einem herzlichen Applaus.
Wie immer traf sich der Grossteil der Teilnehmenden anschliessend zum Imbiss, diesmal im Personalrestaurant, wo man beim Genuss einiger landwirtschaftlicher Produkte noch lange höckeln blieb und sehr angeregt diskutierte.
Dem Vernehmen nach hat die Jahresversammlung in Tänikon den Teilnehmenden rundum gefallen, und es deutet vieles darauf hin, dass sie – mit anderen Gruppen – gelegentlich noch einmal das Agrotechnorama, hoffentlich auch die von Peter Bretscher betreute Volkskundliche Sammlung des Kantons in St. Katharinental besuchen werden. Der Vereinsvorstand dankt allen Beteiligten ganz herzlich für ihre Bereitschaft, den Historischen Verein an ihrem reichen Wissen teilhaben zu lassen, insbesondere Louis Hürlimann, der das Ganze perfekt organisiert hat.
Am 27. April 2010 hat die Thurgauer Zeitung über den Anlass berichtet.

 

 

Unterlagen

Jahresbericht 2009.pdf