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Mitgliederversammlung 2012 in Arbon

am 12.05.2012 |

 

Die Mitglieder des Historischen Vereins des Kantons Thurgau haben sich am Samstag, 12. Mai, bei ihrer Jahresversammlung in Arbon auf die Spuren der italienischen Einwanderer im Thurgau begeben. Das Thema sei bislang weitgehend unerforscht, stellte Vereinspräsident André Salathé in einem kurzen Referat vor den 90 Anwesenden, darunter dem Arboner Regierungsrat Claudius Graf-Schelling, fest. Im Unterschied dazu nimmt das Thema in der St. Galler Kantonsgeschichte von 2003 immerhin 22 Seiten ein.
In Arbon sorgte die schwindelerregende Expansion der Textilfabrik Heine im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts für einen starken Zuzug italienischer Arbeitskräfte. Heine liess neben seinem riesigen Fabrikgebäude im Neuquartier vier von Nonnen geführte Mädchenheime errichten. Die Bewohnerinnen stammten aus italienischen Waisenhäusern, die zur Arbeit bei Heine nach Arbon kamen. Ähnliche Mädchenheime wurden auch in andern Regionen des Kantons Thurgau errichtet. Die Männer arbeiteten häufig in der Baubranche, wo aufgrund des Booms eine grosse Nachfrage nach Arbeitskräften herrschte. Einige Einwanderer gründeten eigene Baufirmen, die teilweise bis heute bestehen. Bei der Besichtigung des Heinehofs, wo der Firmenchef und seine Arbeiter nahe beisammen wohnten, begegneten die Vereinsmitglieder heutigen Bewohnern osteuropäisch/jugoslawischer Herkunft.
Der Historische Verein führt die Spurensuche im Mai und Juni mit den Zyklusveranstaltungen weiter, teilweise in Zusammenarbeit mit der Società Dante Alighieri.

 

 

Unterlagen

Jahresbericht 2011.pdf