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Zyklus 2009: Am Übergang - Kreuzlingen und die Grenze

Die drei Veranstaltungen des Zyklus’ 2009 fanden in der Grenzstadt Kreuzlingen statt. In den eineinhalb- bis zweistündigen Führungen erfuhren die Besucherinnen und Besucher einiges über den Grenzwachtposten Kreuzlingen-Autobahn, die Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen sowie die Stadtentwicklung von Kreuzlingen.

In der ersten Veranstaltung bot Postenchef Martin Kehl den Mitgliedern zusammen mit zwei seiner Kollegen einen abwechslungsreichen Besuch bei der Grenzwache. Während die Aufgaben des Zolls nur gestreift wurden, zeigte Kehl den Besucherinnen und Besuchern die Arbeitswelt der Grenzwächter auf dem Grenzübergang ausführlich. Anhand von Büroräumen, Arrestzellen, Verhörzimmer und Werkstatt erhielt die Gruppe zunächst einen Eindruck von den räumlichen Verhältnissen auf dem Grenzwachtposten. Mit Hilfe eines geschulten Grenzwächters und technischer Unterstützung war es dann auch den Teilnehmenden möglich, einfache Passfälschungen aufzudecken. Und schliesslich demonstrierte ein Hundeführer, welch faszinierende Leistung ein eigens geschulter Hund bei der Suche nach Drogen erbringt.

Arnulf Moser, Historiker aus Konstanz, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen. Auf seiner Führung verband er sein profundes Wissen eindrücklich mit Hinweisen auf Details und Örtlichkeiten: Eine kaum sichtbare Schweissnaht verrät die Aufstockung des Grenzzauns zu Kriegszeiten, Kamera und Patrouillenwege zeigen Hilfsmittel zur Grenzüberwachung zu verschiedenen Zeiten und der schräge Grenzverlauf am Hauptzoll hat seinen Ursprung in Umbauten an den Zollgebäuden. Mit grosser Detail- und Sachkenntnis berichtete Moser vom verhängnisvollen Pech des Hitler-Attentäters Georg Elser auf der Flucht in die Schweiz. Dass die Grenze auch in Friedenszeiten von sich reden macht, zeigt die neu erstellte Kunstgrenze, wo die Führung noch vor dem nahenden Gewitterregen abgeschlossen werden konnte.

Als Wahlkreuzlinger, alt Stadtammann und Historiker konnte Josef Bieri bei seiner Führung aus dem Vollen schöpfen. Ausgehend vom Bahnhof führte der Umgang durch das sommerliche Kreuzlingen unter anderem vorbei an Fabrikgebäuden ehemaliger Vorzeigeindustrien, zahlreichen Baustellen und rarer werdenden Brachen, dem geplanten Boulevard und dem im Entstehen begriffenen Shoppingcenter, an preisgekrönten Schulbauten und dem Begegnungsplatz beim Hafen. Die Besucherinnen und Besucher hörten von den oft langwierigen politischen Auseinandersetzungen um die Realisierung von Bauprojekten, von innovativen städtebaulichen Ideen und Gestaltungskonzepten, aber auch von bislang erst auf dem Papier bestehenden Plänen.